Referenzanlage Windenergie «Gries»

Windanlage «Gries»

Die abgebildete Anlage ist eine von rund 18 Windanlagen, die von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gefördert wird und bereits in Betrieb ist. Ausgehend von allen geförderten Technologien speisen bereits über 2700 Kraftwerke erneuerbare Energie ins öffentliche Netz.

 

Eckdaten der Windanlage

Art der WindkraftanlageEnercon E-70
Leistung der Anlage2.3 MW
Energieproduktion~ 4 Mio. kWh pro Jahr
Anzahl Windkraftanlagen1 (insgesamt geplant 5)
Nabenhöhe85 Meter
Höhe über Meer2'465 m.ü.M.
Inbetriebnahme der AnlageGries, Nähe Nufenenpass (VS)

 

Idee des Projekts

Seit 2003 verfol Martin Senn (Gründer von SwissWinds) die Idee, Windenergieanlagen an alpinen Standorten zu errichten. SwissWinds hat Projekte mit einer Gesamtkapazität von über 100 Anlagen in Bearbeitung und verzeichnet mit der Pilotanlage auf dem Gries ihren ersten Erfolg.

Ziel ist es, die Windenergienutzung abseits von dicht besiedelten Gebieten in einer idealen Umgebung zu realisieren, vorhandene Infrastrukturbauten zu nutzen und so den Einfluss auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. Der Gries eignet sich unter diesen Gesichtspunkten betrachtet ausgezeichnet für die Gewinnung von Windstrom.

 

Realisierung der Anlage

Nachdem der Staatsrat des Kantons Wallis das Gebiet auf dem Gries für die Windenergie als geeignet erklärt hatte, erhielt SwissWinds im Februar 2010 die Baubewilligung für die Pilotanlage und im Frühherbst 2010 konnte mit ersten Instandsetzungsarbeiten an der bestehenden Infrastruktur begonnen werden. Nach einem erfolgreichen Bauverlauf im Sommer 2011, wurde am 30. September 2011 das Richtfest unter Anwesenheit von Bundesrätin Doris Leuthard gefeiert. Am 1. März konnte die Anlage nach einer mehrmonatigen Testphase erfolgreich ans Schweizer Stromnetz angeschlossen werden.

An hochalpinen Standorten wie dem Gries kann nur ein kurzes Zeitfenster im Sommer für Arbeiten auf der Baustelle genutzt werden. Die verschiedenen Arbeiten müssen perfekt koordiniert werden. Von der ersten Schneeräumung über Strassenbefestigungen, Fundament und Kabelgraben bis hin zum Aufstellen der Anlage und dem Anschliessen ans Netz müssen alle Arbeiten perfekt miteinander koordiniert werden. Neben dem kurzen zeitlichen Rahmen erschweren die knappen Platzverhältnisse auf einer hochalpinen Baustelle die Arbeiten zusätzlich. Durch den sparsamen Umgang mit den Platzverhältnissen und unkonventionellen Methoden, konnte am Gries der Eingriff in die sensible Natur auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Der Windenergieanlagenbau auf 2‘465 m.ü.M. erforderte von SwissWinds und allen beteilien Partnern eine logistische Meisterleistung.

 

Erfahrungswerte

Durch den Bau und den Betrieb der Pilotanlage wurden unter anderem wichtige Erfahrungswerte in den Bereichen der Transportlogistik und des Anti-Icing gesammelt. SwissWinds entwickelte hier zusammen mit lokalen Partnern massgeschneiderte Lösungen. So kam ein spezielles Transportsystem zum Einsatz, um die 35 Meter langen Flügel über die engen Serpentinen des Nufenenpasses hinauf zum Gries zu transportieren. Mit dem Bau von Europas höchstgelegener Anlage auf dem Gries bestätie sich SwissWinds als Spezialist für Windenergieprojekte im Gebirge.

Diese Windenergie aus unseren Alpen kann einen entscheidenden Beitrag zu der Versorgungssicherheit unseres Landes beitragen, wenn die Projekte intelligent und in Kooperation mit allen beteilien Interessensgruppen geplant und umgesetzt werden.

Die Schweizer Alpen bieten gewaltige Energiequellen für die erneuerbaren Energien. Diese müssen nun mit intelligenten und modernen Technologien genutzt werden. Wir verfügen über genügend einheimische Wind-, Sonnen- und Wasserkraft um die energiepolitischen Ziele des Bundes zu verwirklichen.