Wasserkraftwerk «Engstligenalp»
Wasserkraftwerk «Engstligenalp»
Die Wehrmauer stellt den letzten verbliebenen Teil des alten Kraftwerks dar. Daneben wurden eine automatische Rechenanlage und ein Entsander gebaut.
Eckdaten der Kleinwasserkraftwerks
| Art der Wasserkraftanlage | Laufwasserkraftwerk |
| Fallhöhe brutto | 56.9 m |
| Maximale Wassermenge | 1.35 Kubikmeter pro Sekunde |
| Anlageleistung | 600 kW |
| Jährliche Produktion | 2.0 GWh |
| Inbetriebnahmedatum | 15.04.2025 |
| Standort der Anlage | Adelboden, Engstligenalp (BE) |
Idee des Projekts
Auf der Engstligenalp südlich von Adelboden betrieben die Bergbahnen Engstligenalp seit 1934 ein Kleinwasserkraftwerk für die Stromversorgung der Luftseilbahn. Mit dem bevorstehenden Ablauf der Konzession wurde ein Neubau beschlossen, der rund achtmal so viel Leistung wie das alte Elektrizitätswerk erreichen und die geschützte Landschaft trotzdem weniger belasten sollte.
Prozess – Planung und Realisierung
Mit einer optimalen Planung und frühzeitigem Einbezug von Interessensgruppen wurden den gewichtigen Umweltanliegen Rechnung getragen. In der Folge erwuchs dem Projekt von Seiten der Behörden und Umweltorganisationen nur wenig Widerstand. Zwei Jahre nach Baueingabe war es dank rascher Erteilung der Konzession und einer eindrücklichen Baumeisterarbeit mit perfektem Timing möglich, das Kraftwerk bereits im April 2011 ans Netz zu nehmen. Rund 60% der Jahreserträge fallen in der Zeit von Mitte Mai bis August an, dank Schmelzwasser aus Schnee und Eis vom Wildstrubelgletscher, von dem wegen der Klimaerwärmung nicht mehr viel übrig bleibt.
Die Auflagen an den Neubau in einem kantonalen Naturschutzgebiet, das im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung ist, waren streng: so musste die rund 400 Meter lange Druckleitung und die Kavernenzentrale komplett unter Boden verle werden. Entsprechend hoch waren die Investitionskosten von 2,5 Millionen Franken, deren Finanzierung ohne die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) schwierig geworden wäre.
Die Bauherrin Bergbahnen Engstligenalp AG, Adelboden beauftrae als Generalunternehmerin die Firma Hydro-Solar Engineering AG, Niederdorf. Die Bauarbeiten wurden von lokalen Firmen ausgeführt, die mit einigen Erschwernissen konfrontiert waren: Da war einerseits die exponierte Lage auf fast 2000 Meter über Meer verbunden mit einer kurzen schneefreien Periode, andererseits der Bau im Naturschutzgebiet, was ein besonders schonendes Vorgehen erforderte.
Verträglichkeit mit der Natur, der Alpkultur und dem Tourismus
«Der Kraftwerksumbau», erklärt Samuel Moser, Verwaltungsrat der Bergbahnen Engstligenalp AG, «stand von Beginn weg unter dem Zeichen der Verträglichkeit mit der Natur, der Alpkultur und dem Tourismus. Die zustimmenden Stellungnahmen der involvierten Organisationen bestätien im Bewilligungsverfahren, dass das Projekt die hohen Ansprüche erfüllen würde; heute zitieren Fachleuten das Kraftwerk Engstligenalp bereits als Beispiel für einen gelungenen Prozess und für höchste Nachhaltigkeit», so Samuel Moser weiter.